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We get this sorted

 

Hallo ihr alle,

 

keine Angst, ich lebe noch und habe euch auch nichts vergessen! Aber leider konnte ich die letzten Tage nix bloggen, weil ich mich nicht auf meiner Seite einloggen konnte. Und dann war hier Montag überall auch noch das Internet zusammengebrochen.

Also habe ich hier jetzt mehrere Berichte zusammengefasst, mal sehen, ob ihr bis zum Ende ankommt, es ist schon wieder so viel!

 

Da liege ich wieder in meinem Zimmer auf dem Bett meiner Assistenten und tippe auf meiner Tastatur herum.  Mal sehen, wie weit ich heute mit meinem Bericht komme.

Erstmal muss ich euch ja noch die Geschichte vom Tisch erzählen, die eigentlich immer noch nicht zu Ende ist. Gleich am ersten Tag nach unserer Ankunft sind wir ja zu Anne, der Behindertenbeauftragten von der Uni gegangen (vorher hatte ich schon regen E-Mail-Kontakt mit ihr) um mich vorzustellen und noch einige Fragen zu klären. Als allerwichtigstes habe ich da erwähnt, dass wir noch einen Tisch für das Badezimmer brauchen, um mich darauf an- und auszuziehen und zu waschen. Das konnte sie nachvollziehen und meinte, es sollte kein Problem sein, noch bis spätestens zum Wochenende einen zu besorgen. We get this sorted (wir kriegen das hin) Wir haben uns natürlich sehr gefreut darüber und waren eine Sorge los. Da sollte sie sich aber gewaltig vertan haben, denn die Probleme um den Tisch häuften sich. Eigentlich wollten wir nur einen ganz normalen Tisch aus einem Unterrichtsraum haben, aber den durfte sie uns nicht einfach geben, sondern musste erst mit dem Gesundheits- und Sicherheitsdienst sprechen. Die wollten mich aber erstmal kennenlernen, bevor sie mir einen Tisch genehmigen. Und bis die einen Termin frei hatten, verging das Wochenende. Wir mussten uns also mit dem 2. Bett in meinem Zimmer begnügen, teilweise wurde ich auch auf dem Esstisch im Gemeinschaftsraum ausgezogen. Noch waren ja keine Mitbewohner da, aber wir erwarteten sie ja Sonntag. Das Treffen mit der Sicherheitsbeauftragten war nett. Aber einen normalen Tisch konnte sie uns nicht geben, da ich von ihm ja runterfallen könnte. Mhm, naja, wäre schön wenn, denn das hieße ja, ich könnte mich bewegen. Wie auch immer, es musste ein sicherer Tisch her und der muss erstmal gefunden und bestellt werden. Aber sie verstehen, dass es eilig ist, und wir brauchen uns keine Sorgen machen, we get this sorted. Es vergingen mehrere Treffen, manchmal mit Anne, mal mit der Sicherheitsbeauftragten, dann wurde noch eine Krankenschwester aus der an die Uni angegliederten Klinik hinzugezogen und immer wurden verschiedene Tische vorgestellt, aber ein passender war nie dabei, das Badezimmer ist ja auch nicht gerade riesig, für einen normalen Tisch jedoch völlig ausreichend. Aber der wäre ja zu gefährlich. Zwischenzeitlich haben wir auch versucht in Geschäften einen Tisch zu finden, um ihn selber zu kaufen, jedoch ohne Erfolg. Dann kam ich auf die Idee, jemanden von der Stundents Union, vergleichbar mit dem ASTA, zu fragen, aber da kam die Nachricht, sie haben einen Tisch. Und er kam, im Prinzip war er gut, nur leider etwas zu groß, die Tür ging nicht mehr zu, aber es war besser, als keiner. Doch dann stellten sie auf einmal fest, dass er ja eine Elektronik enthält (elektr.. verstellbar) und daher aus sicherheitstechnischen Gründen nicht im Badezimmer stehen darf. Aber we get this sorted! Inzwischen ist noch eine Person mehr zu Rate gezogen worden, inzwischen kümerten sich also 4 Personen um einen Tisch. Nachdem wir die Elektronik abgedeckt und ein wenig Überredungskunst angewendet haben , durften wir ihn immerhin übers Wochenende behalten, bis sie einen neuen gefunden haben. Denn nun war die 2. Woche auch schon rum. Nachmittags kam dann die Nachricht, sie hätten einen besseren Tisch gefunden , dafür müssten aber die Armaturen der Dusche versetzt werden. Gesagt getan, die Idee wurde gleich in die Tat umgesetzt. Immerhin wurde dabei auch der Abfluss gereinigt, bei meinem ersten Duschen hatten wir nämlich eine riesen Überschwemmung. Nach dem Wochenende wurde uns diesen Dienstag auf einmal der elektr. Tisch abgeholt, aus Sicherheitsgründen. Aber der neue sollte bald kommen. Wir standen also wieder ohne Tisch da und der Esstisch kam nicht mehr in Frage, da unsere Mitbewohner jetzt auch eingezogen waren. Da es uns jetzt doch sehr nervte, sind wir endlich zu Students Union gegangen und siehe da, 3 Stunden später hatten wir einen Tisch, ohne nach Sicherheitsvorschriften zu fragen. Er ist zwar auch recht lang, aber sonst sehr praktisch! Aber wenn einer denkt, die Geschichte ist zu Ende, der irrt, heute morgen, als ich gerade beim Duschen war, kam der richtige Tisch, der ja jetzt eigentlich perfekt sein müsste. Aber leider ist er wieder zu groß, sogar noch größer, als der erste. Aber ohne Elektronik...und schön weich...tja er wäre perfekt, wenn er ins Bad passen würde. Ich bezweifele eigentlich, dass die das jemals get it sorted, dafür ist der Satz jetzt zu unserem Lieblingssatz geworden *g* Naja, zum Glück haben wir ja noch den normalen Tisch von der Students Union.

Ach ja und gleich zum Anfang hat uns die Krankenschwester gefragt, ob wir ein höhenverstellbares Bett brauchen. Und schwuppdiwupps hatten wir ganz schnell anstatt einem Tisch ein Bett.

Jaja, so ist das hier, ich beschäftige halt gerne viele Leute und nett sind sie wirklich alle.

 

Diese Woche war ja auch die erste Vorlesungswoche. Anda und Aysel haben mich die ersten 2 Tage noch begleitet um Joanna einzuarbeiten. Die war auch sehr ängstlich, hatte ständig Angst, etwas falsch zu machen. oder mir weh zu tun. Die Vorlesungen waren alle sehr interessant und gut zu verstehen. Manchmal reden sie zwar sehr schnell, aber es ist ok. Allerdings war die erste Woche noch chaotischer, als in Hildesheim, auch wenn es schwer vorstellbar ist. Es wurden ständig irgendwelche Räume getauscht oder Zeiten geändert, aber da die Internetseite, auf der Änderungen bekannt gegeben werden, auch nicht richtig funktionierte und Schwarze Bretter sind für so etwas scheinbar unbekannt, waren wir nur am hin- und her rennen. Ein Fach haben wir sogar ganz verpasst, weil es nach vorne verlegt war. Zwischendurch mussten wir dann auch mal was im Auslandsamt fragen. Die armen dort waren auch total überfordert, weil eine wahre Flut von Anfragen auf sie einstürzte. Und Formulare gab es natürlich auch abzugeben. Aber sie waren trotz Stress immer nett.

Die Vorlesungen selber waren alle ganz gut, einige waren wirklich sehr interessant. De Dozenten sind auch sehr nett, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann. Bei einem Dozenten habe ich besonders viel Englisch, der is echt witzig und irgendwie etwas zerstreut. Er kommt sehr leicht ins Erzählen und schweift dabei immer mehr ab, erzählt aber interessant. Nur wundert er sich hinterher immer, dass schon wieder nicht alle dran gekommen sind...mhm, wie das nur kommt. Sein Name ist übrigens auch toll: O’Seaghdha... tja, wie spricht man den wohl aus? Ihr könnt ja mal raten...ich frag euch, wenn ich wieder da bin. Toll war auch, als sein Handy mitten im Unterricht klingelte und das gleich 2 mal hintereinander. Erst wollte er rangehen, aber dann meinte er, er kann ja nicht seine eigenen Regeln brechen. Um ihn dann völlig aus dem Konzept zu bringen, kam dann auch noch ne SMS. Da wurde die Pause aber höchste Zeit!

Die Veranstaltungen an sich sind irgendwie viel mehr gesplittet, sodass ich oft ein Fach nur eine Stunde habe, dafür aber mehrmals die Woche, bzw. sogar mehrmals am Tag. In der ersten Woche durfte man sich die Kurse auch erstmal angucken, bevor man sich dann endgültig anmeldet. Ich habe mich jetzt für 6 Fächer entschieden: Spanisch (normaler Sprachunterricht), Advanced English Language, Anglo- Irish Literature, Language Culture and Intercultural Communication, Contemporary Irish Society und Übersetzen De – Eng. Erst wollte ich ja noch Physik – Halbleitertechnik machen, jaja, ich weiß, reiner Wahnsinn, habe ich mir dann auch gedacht und es wurde mir viel zu mathematisch, bei Günther hatten wir viiiiel weniger Formeln, und dann habe ich es nach  2 mal besuchen abgewählt. Also habe ich jetzt nicht mehr all zu viele Stunden, aber die sind hier ganz schön arbeitsintensiv. Und der Montag ist sehr vollgepackt, ich habe 3 mal nur 5 Min. Pause, in der wir zu einem anderen Gebäude rennen müssen. Muss ich halt dann im Unterricht kurz liegen. Überhaupt sind Montag alle Fächer in verschiedenen Gebäuden, ich nenne ihn den Wandertag.

Gerade die Fächer über die irische Gesellschaft und Literatur sind sehr interessant bisher, es gab erstmal nen Überblick, auch über Geschichte.

 

So, jetzt muss ich aber los. Gleich ist eine Belehrung über Sicherheit und Feuer, da müssen alle, getrennt nach Häusern, dran teilnehmen. die auf dem Campus leben. Wenn nicht kostet es 25 €. Genauso musst du bezahlen, wenn bei einer der Kontrollen, die hier öfter sind, das Appartment zu dreckig/unaufgeräumt ist. Really strange!!!

 

viele liebe Grüße,

Eure Maike

8.10.08 12:54


kleiner Rückblich

So, jetzt gibt es nochmal einen kleinen Zeitsprung zurück, denn ich wollte euch noch von unseren größeren Tagesausflügen erzählen, zumindest in Kurzform, denn sonst komme ich gar nicht mehr hinterher. Ich versteh es auch nicht, aber die Zeit rast hier vorbei, wie ein ICE. Aber wir wollen ja auch möglichst viele Angebote wahrnehmen und alles ausnutzen.

Also, am Wochenende nach der Einführungswoche haben wir alle zusammen noch einen schönen letzten und langen Ausflug mit meinen Eltern gemacht. Unser Ziel war Malahide, eine Seeort 11km nördlich von Dublin mit einem großen tollen Park mit großen alten Bäumen und riesen grünen Rasenflächen mit typischen englischen Rasen. Natürlich schien die Sonne wieder vom strahlend blauen Himmel herab, sodass wir es genießen konnten. Mitten im Park befindet sich das berühmte Malahide Castle. Das haben wir uns nur von außen und den Souvenishop angeschaut, weil man nicht weiter kam mit dem Rollstuhl und die Führung war auch recht teuer. Aber auch von außen sah es schön aus, und vor allem ein kleiner Innenhof sah sehr niedlich aus! Anschließend sind wir durch die Stadt selbst, die auch sehr hübsch ist zum Meer gegangen.

Abends sind Anda und Aysel dann noch einmal alleine „auf Szene gegangen“, wie Papa immer sagt (er übertreibt aber wirklich), ich bin mit Mama und Papa noch etwas durch die Stadt gegangen und dann nach Hause gefahren.

3 Tage später hieß es dann Abschied nehmen von meinen Eltern. Es war schon ein komisches Gefühl, aber es gibt ja Telefon, die Zeit bis Dezember geht sicher rasend schnell um und Anda Aysel sind ja auch noch hier. Wir haben uns wirklich schon sehr aneinander gewöhnt, verstehen uns sehr gut und genießen die Zeit zusammen!

 

Nach der besagten chaotischen Einführungswoche war mal wieder ein sonniges Wochenende. Wir nutzten die Chance und fuhren nach Howth, einer Halbinsel im Norden von Dublin, von der wir schon sehr viel gehört hatten. Als wir ankamen, kamen wir direkt auf einen Markt zu. Es roch sehr gut und so beschlossen wir erstmal darüber zu schlendern. Es wurde dort wirklich alles angeboten.

Anschließend gings zum Fischerhafen, an dem viele Schiffe, auch schöne alte lagen. Aber was noch viel interessanter war, direkt am Kai tummelten sich lauter Seeroben. Wieder etwas dazu gelernt, dass es Irland Seerobben gibt. Nach dem Ratschlag einer Fremdenführerin sind wir der Straße entlang in die Berge gleich an der Küste gegangen. Die richtig tollen Kliffwanderwege kann ich mit dem Rolli leider nich machen, aber eine Straße führt auch recht hoch. Dort gab es niedliche kleine Häuser und eine wirklich tolle Aussicht auf Felsen und Meer! Es war wirklich ein toller Tag, einschließlich dem Wetter, und wir haben beschlossen, nocheinmal dorthin zu fahren.

 

So, jetzt muss ich aber aufhören und ins Bett. Ich hoffe, dass ich in den nächsten 2-3 Tagen euch dann ganz auf den neuesten Stand bringen kann.

 

Ganz liebe Grüße,

Maike

15.10.08 22:55


Hi you, so, mal sehen, ob ich es heute tatsächlich schaffe, euch auf den allerneuesten Stand zu bringen. Mhm, vielleicht mit etwas weniger Details, aber gerade die sind ja immer am lustigsten/interessantesten finde ich. Zum Beispiel muss ich euch unbedingt von einem kleinen Detail, worüber wir uns halb totgelacht haben. Die meisten Freizeitveranstaltungen finden im Hub statt, einem Treffpunkt der Studis mit verschiedenen Räumen, Bars und Sälen. Wir waren schon öfter dort und haben uns schon länger gefragt, ob es denn einen Fahrstuhl gibt, um in die 1. Etage zu kommen. Nach einer Weile haben wir einfach nachgefragt und siehe da, es gibt natürlich einen in dem behindertengerechten Irland, wenn auch an einer etwas ungewöhnlicheren Stelle...nämlich in der Männertoilette....nicht unbedingt der Ort, wo du sie vermutest, oder? Ok, es ist noch eine Tür zwischen dem Fahrstuhl und der Toilette, aber an der Tür, die zu dem Miniflur mit Fahrstuhl und Toilette führt, ist nur das Schild für Männerklo. Auch die 2. Vorlesungswoche verging wie im Flug. Es gab wieder einige Abendveranstaltungen und vor allem gab es die „clubs and society“ Tage. An den Unis hier gibt es ganz viele Freizeitgruppen, die in clubs (Sportgruppen) und societies (alle anderen Aktivitäten) eingeteilt. Hier an der DCU gibts echt wahnsinnig viele Angebote, insgesamt über 100 an der Zahl. Am Anfang eines neuen Studienjahres präsentieren sie sich immer und werben Studenten an, dass man ihnen beitritt. Daraus machen sie eine richtig große Party, mit Ständen von jeder Gruppe, Werbegeschenken, Musik und Aufführungen. Es herrscht ein regelrechter Wettstreit um die meisten Mitglieder. Es gab echt viele gute Angebote und man könnte vielen Gruppen beitreten, aber ich habe mich für die Game-, und Music-Society entschieden. Aysel spielt Volleyball und tanzt und Anda möchte natürlich reiten, wer hätte es anders gedacht. Bei der Music-Society bin ich jetzt beim Chor dabei, bzw. Anda singt für mich als Stellvertreterin und ich bin einfach dabei höre zu und singe mit, soweit ich kann. Aber bei der ersten Probe, darauf bin ich ganz stolz, hat Anda gesagt, sie hat mich gehört, obwohl sie im Stufenraum eine Reihe unter mir saß :-). Aber vor der ersten Probe gab es erstmal noch das vorsingen, bei dem die Chorleiterin sich ein Bild von den Mitgliedern schaffen wollte. Anda war total aufgeregt, aber sie hats tatsächlich überlebt! Nachdem die Woche wie im Flug vergangen war, stand wieder ein Wochenendausflug auf dem Plan. Diesmal war es südlich von Dublin, ein kleiner Ort namens Greystone mit einem tollen Strand und schöner Natur. Wir haben den Strand genossen und die beiden haben mich sogar bis ganz vorne ans Meer getragen und Aysel hat mir einen Sitz gebaut (in anderen Worten sich mit mir auf dem Schoß in den Sand gesetzt). Und wie es sich natürlich gehört, wenn WIR einen Ausflug machen, es war wieder tolles Wetter... Als Erinnerung an diesen schönen Tag haben wir jetzt eine ganze Steinsammlung in unserem Gemeinschaftsraum. Abends in der Dart-Station (Dart ist der Zug, der hier in der Umgebung von Dublin am Meer entlang fährt) mussten wir erstmal 50 Min. auf den nächsten Dart warten, wir hatten gerade einen verpasst. Der Aufseher dort hat uns dann mit der Rampe zum Zug gebracht (beim Dart gibt es tragbare Rampen um mit dem Rollstuhl in den Dart reinzukommen) und als der Zug dann da war und die Hälfte der Leute schon eingestiegen war, meinte er auf einmal, „Bleibt hier, ich komm gleich wieder“ und rannte weg. Kurz darauf kam eine Durchsage von ihm, dass bitte alle die Züge tauschen sollen, sie fahren jetzt auf dem jeweils anderen Gleis. Ziemlich verdutzt und verwirrt standen wir dann da inmitten der durcheinanderrennenden Menschenmenge und wussten überhaupt nicht mehr, was los war. Als er wiederkam, erklärte er uns dann, dass unser Zug eigentlich der auf dem anderen Gleis gewesen wäre, es dorthin aber keinen Fahrstuhl gibt. Also hat er extra für mich die Züge getauscht!!!!! Aber warum er das nicht offiziell gemacht, bevor alle Leute eingestiegen waren, das haben wir uns schon gefragt....aber das ist Irland, nach Logik und Organisation darf man nicht fragen. Nach ca. einer Stunde Fahrt mussten wir in der Innenstadt in den Bus umsteigen. Nachdem der natürlich mal wieder Verspätung hatte, freuten wir uns dann umso mehr, als er kam. Aber man soll sich nie zu früh freuen, denn als wir einsteigen wollten, konnte der Busfahrer die Rampe nicht ausfahren...scheinbar defekt, was wir das erste mal hier erlebt haben. Also sollten wir auf den nächsten Bus warten und der kam auch gleich hinterher...Glück gehabt...oder auch nicht, denn auch dieser Busfahrer konnte die Rampe nicht ausfahren. Also hieß es wieder auf den nächsten Bus warten und der sollte in 15 min. kommen. Naja, auf Dublins Buspläne kann man sich absolut nicht verlassen, aber manchmal hat das auch sein gutes. Der nächste Bus kam nämlich schon 3 Min. später. Kaum zu glauben, auch diese Rampe wollte nicht ausfahren. Wir dachten, die wollen uns veräppeln. Aber der Busfahrer war schlau und hatte einen Trick auf Lager. Er hat der Rampe einen kräftigen Tritt verpasst und siehe da, sie funktionierte. Also kamen wir irgendwann gegen 11 doch noch im Appartement an. In der 3. Vorlesungswoche gab es dann ein Host-Family treffen. Das ist hier ein ganz neues Projekt, bei dem irischen Familien, die in der Nähe der Uni wohnen, an ausländische Studenten vermittelt werden, um sich mit ihnen zu treffen, etwas zu unternehmen, zu essen o. ä. Der Sinn ist, dass die Studis auch außerhalb des Studentenlebens etwas von dem Leben der Iren mitzubekommen. Mir wurde Trudy vermittelt, eine Dozentin der Uni hier, die Education (Bildung/Erziehung unterrichtet und 4 Kinder zwischen 11 – 18 hat. Sie scheint sehr nett zu sein, war auch schonmal in Deutschland und möchte uns ein paar lustge Geschichten davon erzählen !!??!! Freitag treffen wir sie das erste Mal richtig, bin schon gespannt. Hinterher war dann Chorprobe, von der ich ja schon etwas berichtet habe. Und Mittwoch gab es den ersten Spieleabend. Da waren vielleicht komische Typen, zumindest sahen sie so aus. Aber sie waren sehr nett und es hat Spaß gemacht mit ihnen zu spielen. Am Freitag ist mein Übersetzungskurs ausgefallen, aber es gab einen Ausflug mit einigen international students zum Croke Park Stadium. Das ist das 4.-größte Stadium in Europa und es ist berühmt für die Gälischen Sportarten (wie Gälisches Fußball, Hurling, etc.) Es wirklich ganz schön groß und beeindruckend, wenn man man darin steht, vor allem, wenn man noch nicht so oft in einem Stadium war, so wie ich. Wir haben an einer Führung teilgenommen, aber leider konnte man den Führer kaum verstehen. Aber stellt Euch vor, als wir urch den Spielertunnel gegangen sind, wurden uns sogar zugejubelt und applaudiert! ..... leider nur vom Band :-( Anschließend gab es noch ein Museum, für das aber nur noch ne halbe Stunde Zeit war. Samstag sind wir dann mal wieder in die City gefahren...mit keinem schönem Wetter, aber es war ok, der Regen war nur während der Busfahrt und danach nur noch 1-2 mal Nieselregen. Als erstes sind wir ins Dublin Castle gegangen, von dem immer alle reden. Von außen war es gar nich sowas tolles, aber von innen sah es schon toll aus...wie im Märchenschloss :-) Und das tolle war, es gibt nen Fahrstuhl, sodass ich sogar mit dem Rollstuhl reinkam, aber nur in eine Etage. Anschließend haben wir uns einige von den tausend Kirchen in Dublin und den mittelalterlichen Teil vo Dublin angeguckt. Abends wollten wir dann in einem Pub mit irischer Musik. Nachdem wir nach dem einen sehr lange gesucht haben, um dann festzustellen, dass er nicht rollstuhlgerecht ist, sind wir zu unserem 2. Anlaufstelle gegangen. Hier waren wir erfolgreicher, bis wir allerdings kapiert hatten, dass die irische Musik im Keller is (mit Fahrstuhl), war sie vorbei. Dafür sind wir dann noch bei der normalen Musik geblieben und haben mitgetanzt. Diese Woche ist nun schon die 4. Vorlesungswoche. Die Vorlesungen und Seminare sind immer noch und auch mit Joanna versteh ich mich gut, sowohl sprachlich, als auch menschlich. Auch wenn ich manchmal, in ganz eiligen Momenten, anfange mit ihr Deutsch zu reden *g* Sie hat eine interessante Lebensweise, aber dazu später mal mehr. Ich habe jetzt schon 3 Gruppenarbeiten mit Präsentationen vor mir, hab aber zum Glück noch etwas Zeit. Und Aufsätze gibt es auch einige. Montag war wieder Chorprobe. Die ist echt ganz schon anspruchsvoll, aber es ist toll, dabei zu sein. Gestern war ein Treffen der Christian Union, bei dem ich war und jetzt gehen wir gleich zum Spieleabend, deshalb muss ich jetzt auch aufhören. Aber ich hab es ja tatsächlich geschafft, Euch auf den aktuellen Stand zu bringen und herzlichen Glückwunsch dem, der es bis hierher durchgehalten hat, zu lesen. Bis bald, ganz liebe Grüße und ich umarme Euch alle, Eure Maike
22.10.08 18:21


Schneeregen in Dublin

 

Hallo Ihr lieben,

 

damit ich nicht wieder drei Wochen hinterhänge mit meinem Bericht und Ihr mal wieder etwas von mir hört, schreibe ich Euch jetzt erst mal und drücke mich vor meiner Hausaufgabe, einen Text über Rostock zu übersetzen. Der kann hinterher immer noch dran kommen.

 

Aber wo wir grade beim Thema übersetzen sind, kann ich Euch ja mal von dem Kurs berichten. Ich habe eine wirklich gute Dozentin in meinem Übersetzungskurs, die sehr kompetent zu sein scheint. Sie macht den Unterricht gut und interessant und wir dürfen immer fragen stellen und über Vokabeln diskutieren. Und was das Beste ist und in Hildesheim wirklich fehlt, wir dürfen ihr alle unsere eigenen Übersetzungsvarianten zuschicken und sie kommentiert sie uns. Allerdings gehen wir die Übersetzung erst im Unterricht durch, dann sollen wir das besprochene schonmal verbessern und ihr dann erst unsere Version schicken, wer es möchte, wer nicht, der ist selber Schuld.

Eine wirklich gute Idee, wie ich finde!

Dafür ist aber in Hildesheim, meiner Einschätzung nach, das Niveau viel höher. Ich mache jetzt einen Masterkurs, konzipiert für die Iren und wir übersetzen vom De – Eng. Dabei liegt die Schwierigkeit der Texte schätzungsweise locker bei den Übersetzungen, die wir im Vordiplom in dieselbe Sprachrichtung angefertigt haben, für uns also in die Fremdsprache. Das hat mich schon etwas überrascht, da sie ja sogar in  ihre Muttersprache übersetzen ... naja, oder auch nicht, denn zufällig besteht der Kurs dieses Semester zu ¾ aus Deutschen.

Und wo ich grad dabei bin das hohe Niveau von Hildesheim zu rühmen, auch wenn ihr’s nicht glaubt, aber selbst in Dublin ist Hildesheim für seine gute Übersetzerausbildung bekannt....yuchu! Und das wurde mir von einem Dozenten erzählt, bevor er wusste, dass ich Übersetzen studiere. Sollten wir vielleicht dem Präsi mal erzählen, damit er uns nicht ganz vergisst.

 

Ja, was habe ich in der letzten Woche noch so erlebt.... erstmal hab ich mich mit 2 Japanern getroffen, weil wir eigentlich über unsere Gruppenarbeit sprechen wollten. Das haben wir auch gemacht...bestimmt 5 Min. und anschließend wurde daraus ein allgemeines Gespräch zum kennenlernen. Morgen treffen wir uns wieder. Dann haben wir uns hinterher mit einer anderen getroffen, die aus Irland stammt, 9 Jahre in Frankreich gelebt hat und jetzt zum studieren wieder zurückgekommen ist. Mit ihr haben wir uns gemeinsam einen „chilligen“ Abend á la Aysel gemacht.

 

Samstag waren Anda und ich auf einer Spieleveranstaltung im Clontarf Castle. Von unserer Spielegruppe aus hatten wir dafür Freikarten bekommen und das mussten wir ausnutzen. Es war ganz gut, allerdings hatten wir es uns etwas anders vorgestellt, da der Schwerpunkt doch sehr auf Rollen-, Karten- und Kriegs!spielen lag und es daher schwer war, Spielpartner für Brettspiele zu finden, von denen wir auch etwas mehr erwartet hatten. Aber wir haben schließlich doch 2 gefunden und haben 2 schöne, lange Spielrunden verbracht.


Clontarf Castle ist übrigens jetzt ein Hotel im Stil eines Schlosses und ist sehr schön und gemütlich eingerichtet, mit Kaminfeuer.

 

Am nächsten Tag sind wir gegen Nachmittag ins Kino gegangen, nachdem wir endlich einen geeigneten Film (vor allem zeitlich) gefunden hatten. Er war auch ganz gut, wir haben uns für den richtigen entschieden und mussten noch nicht mal viel bezahlen. Dank Aysels Überredungskünste waren meine beiden Assistenten frei und ich ermäßigt :-)

 

Anschließend sind wir dann in die Knightbridge Bar gegangen zu einer Session Traditional Irish Music and Dancing. Das war wirklich toll, vor allem die Tänzer. Als das zu Ende war sind wir noch zu der „normalen“ Musik gegangen, die war aber nicht so toll. Dort sind wir auch ziemlich vielen komischen Typen begegnet, die z. B. eine Vorhersehung hatten, dass für Dublin bald etwas ganz tolles passiert, ob ich das denn nicht auch fühlen würde...außerdem hat er für mich gebetet, was wir schon ab und zu erlebt haben. Ein anderer wollten wissen, ob ich Geld sammle und hat mir 2 Euro gegeben, kurze Zeit später ist noch einer gekommen und hat mir 5 Euro gegeben und so etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt. Wir haben auch gefragt, wofür das Geld denn sein solle, haben aber keine Antwort bekommen.

Tja, was soll man zu denen sagen, sind betrunken und können nicht mit Behinderungen umgehen.

 

Da die Musik immer noch doof und es schon spät war, sind wir gegangen, müssen unseren Bus aber ganz knapp verpasst haben und mussten dann mitten in der Nacht 2 Stunden auf den nächsten warten. Aber wir sind sicher angekommen.

 

Am nächsten Tag, den Montag war übrigens Bank holiday. Das ist einfach ein freier Tag, den es hier 4 oder 6 mal im Jahr gibt (ich weiß nicht mehr genau wie oft), damit sich die Iren ja nicht überarbeiten *g*

Nach dem Ausschlafen waren dann erstmal viele Hausaufgaben dran.

 

Und jetzt is wieder seit 2 Tagen Uni und seit heute ist Joanna krank. Anda hat sie heute vertreten, mal sehen, ob sie morgen schon wieder kommt.

 

Ach ja, bevor ich endlich aufhöre zu schreiben...ich habe es tatsächlich endlich geschafft ein paar Bilder hochzuladen, allerdings nicht hier im Blog, denn das funktioniert irgendwie nicht richtig, sondern bei Studivz. Teilweise sind sie auch schon kommentiert, aber es wird noch fortgeführt. Also, bitte alle mal lächeln über die schöne Ansicht von Dublin.

 

Schlaft alle gut und bis bald (vielleicht mit Neuigkeiten aus dem fernen Deutschland ?) Is es bei Euch auch so kalt? Hier waren heute tatsächlich 2-3 Schneeflocken beim Regen dabei... echt unglaublich

 

Ganz liebe Grüße aus dem Halloween-gesmückten Dublin,

Eure Maike

29.10.08 22:52





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